Lagern von Brennholz – auch ohne Plastikfolie

Ein Mitbürger hat beim Forstamt Nastätten den Einsatz von Folien im Wald kritisiert.

Zur Vermeidung möglicher Rechtsfolgen und zur Information über die richtige Lagerung von Brennholz erfolgt diese Information:

Holz wächst im nahen Wald. Wer heimisches Brennholz wirbt, ist ökonomisch und ökologisch gesehen auf der „sicheren Seite“ – vorausgesetzt er macht alles richtig.

Wer kennt sie nicht, die Brennholzstapel im Wald. Zwischen November und Februar geschlagen und sofort, noch vor dem Lagern, fein gespalten und auf Ofenlänge geschnitten, so wäre die bestmögliche Behandlung des Holzes, das einmal für das Verheizen vorgesehen ist.

Doch schauen wir uns aufmerksam im Wald um, so stellen wir fest, dass längstens nicht alle Brennholzlager dieser Idealvorstellung entsprechen.

In Meterlängen geschnittene, grob gespaltene und aufgesetzte Stapel, abgedeckt mit bunten Plastikfolien oder Planen, oft noch unter dichtem Baumbestand sitzend, das entspricht eher dem Bild, welches sich dem Betrachter bietet. Wenn es jetzt noch an entsprechender Sachkenntnis gefehlt hat, bedecken die Folien den Holzstoß rundherum und schon haben Brennholzmann oder –frau die eingangs erwähnte sichere Seite, die ökonomische und die ökologische verlassen.

Warum? Ganz einfach deshalb, weil zwei wesentliche Regeln nicht beachtet wurden.

Von denen lautet die erste: Im Wald trocknet Holz schlecht und, wenn es rundherum in Plastik eingepackt ist, schon gar nicht!

Und die zweite liegt ebenso klar auf der Hand: Plastik gehört nicht in den Wald! Dienten unsere Folien und Planen eben noch der vermeintlich „guten“ Holzlagerung, sind sie wenig später zu Abfall geworden, nämlich dann, wenn sie nach Abbau des Holzlagers achtlos liegenlassen werden, oder durch Wind und Wetter vorher schon zu nutzlosem Plastikmüll „umgebaut“ wurden. Rissige, durchlöcherte und poröse Plastikfetzen haben wenig Verwendung und so geraten diese an Ort und Stelle gerne einmal in Vergessenheit.

Die Abhilfe für dieses Problem ist denkbar einfach: Brennholz muss so schnell als möglich aus dem Wald geholt werden, am besten noch, bevor überhaupt über dauerhaftes Abdecken nachgedacht wird.

Worüber es aber lohnt, nachzudenken, ist die Frage danach, wie das Holz effizient und in kurzer Zeit getrocknet werden kann.

Hierzuvor gibt es folgende Tipps:

  • Das Holz muss ein bis drei Jahre luftig lagern (je nach Holzart) und vor Regen und Feuchtigkeit geschützt aufgesetzt werden.
  • Brennholz muss auf Unterlagen ca. 20 bis 40 cm vom Boden entfernt lagern. Dazu eigenen sich besonders gut Paletten. Der Untergrund sollte möglichst befestigt sein.
  • Zur Südseite sollte das Lager – wenn möglich – offen sein.
  • Brennholz lagert am besten unter einem vorgezogenen Dach, z.B. entlang der Hauswand oder in einem luftigen überdachten Schuppen.
  • Lagert es vor der Hauswand, ist eine gute Hinterlüftung notwendig.
  • Im Kreuzstapel geschichtet trocknet es am schnellsten.
  • Lagern Sie frisch geschlagenes Holz nicht im Keller. Dort kann es nicht austrocknen, sondern stockt.
  • Und das Wichtigste kommt natürlich noch einmal zum Schluss: Brennholz darf niemals in eine Plastikplane eingepackt sein. Holz braucht Luft, Sonne und Wind zum Trocknen.

Hans-Josef Kring (Ortsbürgermeister) , Steffen Herzog (Forstamt Nastätten)

Bookmark the permalink.

Comments are closed.